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Warum «KI ist noch nicht gut genug» fast immer das falsche Urteil ist
Warum einmalige KI-Schulungen verpuffen und wie du KI-Befähigung als laufenden Rhythmus statt als Projekt mit Enddatum aufbaust.

«KI ist für uns noch nicht gut genug.» Diesen Satz hören wir oft und fast immer steckt etwas ganz anderes dahinter. Nicht die Technologie ist das Problem. Es ist die fehlende Begleitung nach der Schulung. Wer KI nachhaltig verankern will, muss verstehen: Die Schulung ist der Startschuss, nicht die Ziellinie.
Dieser Beitrag erklärt, warum einmalige Schulungen verpuffen, was wir in unseren Coaching-Terminen immer wieder beobachten und wie aus einem einmaligen Projekt ein laufender Rhythmus wird, der echten Mehrwert liefert.
Wer KI Schulung nachhaltig verankern will, denkt nicht in Projekten
Die meisten Unternehmen behandeln KI-Befähigung wie ein klassisches IT-Projekt: Kick-off, Rollout, Abnahme, fertig. Häkchen gesetzt, Budget verbucht, weiter zur nächsten Initiative.
Aus unserer Sicht ist genau das der teuerste Irrtum. Eine Schulung erzeugt keinen Kompetenz-Vorrat, der jahrelang hält. Sie erzeugt einen Startpunkt. Was danach passiert, entscheidet darüber, ob sich die Investition rechnet oder ob das Geld in einem Zertifikat verschwindet, das niemand mehr ansieht.
KI-Befähigung ist ein laufender Rhythmus, kein Projekt mit Enddatum. Und dieser Unterschied klingt nach einer Kleinigkeit, verändert aber alles - von der Planung über das Budget bis zur Erwartungshaltung in der Geschäftsleitung.
Diese zwei Richtungen sehen wir nach jeder Schulung
Wir machen nach unseren Schulungen Coaching-Termine. Und das Muster ist über Branchen und Firmengrössen hinweg glasklar. Es gibt zwei Richtungen:
Option 1: KI lebt weiter
Diese Firmen organisieren interne Austausche, teilen Use Cases, zeigen sich gegenseitig, was funktioniert. Sie sind begeistert und holen echten Mehrwert raus. KI ist Teil des Arbeitsalltags geworden, nicht ein Punkt auf einer Schulungsliste.
Option 2: KI wird nicht im Alltag integriert
Nach der Schulung passiert nichts mehr. Kein Austausch, keine Weiterentwicklung, keine Begleitung. Und genau diese Firmen sagen uns Monate später: «KI ist für uns einfach noch nicht gut genug.»
Interessant dabei: Beide Firmen hatten dieselbe Schulung. Dieselben Tools. Dieselben Möglichkeiten. Der einzige Unterschied ist, was nach dem Startschuss passiert ist.
Die Technologie ist selten das Problem. Die fehlende Begleitung ist es.
Warum man KI nicht durch Zuschauen lernt
Eine Schulung vermittelt Grundlagen. Aber Können entsteht erst durch Tun. KI lernt man nicht durch Zuschauen, sondern durch Ausprobieren und das heisst, Fehler machen dürfen.
Hier liegt ein unterschätzter Stolperstein. In vielen Unternehmen gilt jede verlorene Minute als Verschwendung. Wer drei Anläufe braucht, bis ein Prompt das liefert, was er soll, fühlt sich unproduktiv. Also lässt er es lieber gleich bleiben und greift zur gewohnten Methode. Routine entsteht so nie.
Dabei brauchen Mitarbeitende genau das: den Spielraum, KI in echten Aufgaben zu testen, auch wenn es beim ersten Mal länger dauert. Klare Richtlinien geben dafür den Rahmen vor. Innerhalb dieses Rahmens braucht es aber die ausdrückliche Erlaubnis zu experimentieren.
Ohne diesen Experimentier-Spielraum bleibt jede Schulung Theorie. Und diese Theorie hat ein Ablaufdatum.
Kompetenzen veralten schneller, als dir lieb ist
Selbst wer alles richtig macht (Schulung, Begleitung, Austausch) steht vor einem zweiten Problem: Das Wissen von heute ist morgen überholt.
KI-Tools entwickeln sich in einem Tempo weiter, das es so kaum je gab. Ein Feature, das im Frühling noch fehlte, ist im Herbst Standard. Eine Vorgehensweise, die diesen Monat funktioniert, ist nächstes Quartal überholt. Wer einmal schult und dann den Deckel draufmacht, schult faktisch für eine Software, die es so bald nicht mehr gibt.
Die Zahlen aus dem WEF Future of Jobs Report 2025 untermauern das deutlich. Die Studie befragte über 1.000 Arbeitgeber, die zusammen rund 14 Millionen Beschäftigte vertreten.
- 39 % der Kernkompetenzen ändern sich bis 2030.
- Von 100 Beschäftigten brauchen 59 ein Training – 11 davon werden es voraussichtlich nicht bekommen.
- 63 % der Arbeitgeber sehen die Skills-Lücke als grösste Barriere für ihre Transformation.
Die Deutung dahinter: Statische Befähigung reicht nicht. Wenn sich knapp vier von zehn Kernkompetenzen in fünf Jahren verschieben, ist eine einmalige Schulung bestenfalls eine Momentaufnahme. Re-Skilling muss wiederkehrend sein, sonst entsteht genau die Lücke, die die Mehrheit der Arbeitgeber heute schon am meisten fürchtet.
Was «laufender Rhythmus» konkret heisst
Rhythmus klingt abstrakt. Konkret bedeutet er drei Dinge, die zusammenspielen müssen.
- Begleitung nach der Schulung. Coaching-Termine, in denen offene Fragen geklärt werden und neue Use Cases entstehen. Nicht ein Termin, sondern ein wiederkehrender.
- Interner Austausch. Ein fester Ort und Zeitpunkt, an dem Mitarbeitende teilen, was bei ihnen funktioniert. Was eine Abteilung entdeckt, spart der nächsten Wochen. Dieser Austausch ist der Multiplikator, den keine Schulung ersetzt.
- Aktuelle Inhalte. Lernmaterial, das mit den Tools mitwächst statt sie hinterherzuhinken. Genau deshalb aktualisieren wir unsere Kursinhalte quartalsweise, damit das, was deine Leute lernen, dem entspricht, was die Tools heute können. Nicht dem, was sie vor einem Jahr konnten.
Und ja, dazu gehört auch Messung. Wer wissen will, ob KI ankommt, schaut auf Produktivität und auf die tatsächliche Nutzung über die Zeit, nicht auf die Zahl der absolvierten Kurse. Eine Completion Rate sagt nur, dass jemand durchgeklickt hat. Ob er KI danach im Alltag nutzt, steht auf einem anderen Blatt.
Die unbequeme Wahrheit für die Budget-Planung
Die gängige Annahme lautet: Schulung kaufen, Pflicht erfüllt, Haken dran. Das ist verständlich, weil es planbar und abschliessbar wirkt.
Genau hier greift die Annahme aber zu kurz. Wer nur schult und dann nichts daraus macht, hätte sich das Geld auch sparen können. Das Resultat ist in beiden Fällen dasselbe: KI wird nicht genutzt. Der einzige Unterschied ist, dass im einen Fall noch eine Rechnung dazukommt.
Das heisst nicht, dass die Schulung überflüssig ist. Im Gegenteil – sie ist die Voraussetzung. Aber sie ist eben nur der erste Schritt. Wer KI Schulung nachhaltig verankern will, plant von Anfang an für den Rhythmus danach: für Begleitung, Austausch und aktuelle Inhalte. Nicht als Nice-to-have, sondern als das, was die ursprüngliche Investition überhaupt erst zur Wirkung bringt.
Aus unserer Sicht ist das der eigentliche Hebel. Nicht die Frage «Welches Tool kaufen wir?», sondern «Wie sorgen wir dafür, dass die Leute es in einem Jahr noch besser nutzen als heute?».
Häufige Fragen
Reicht eine einmalige KI-Schulung nicht aus?
Für den Einstieg ja, für nachhaltige Nutzung nein. Eine Schulung legt die Grundlage, aber Können entsteht durch Anwendung, Austausch und kontinuierliche Auffrischung. Da sich laut WEF bis 2030 rund 39 % der Kernkompetenzen ändern, veraltet einmaliges Wissen schnell. Ohne Begleitung danach verpufft die Investition.
Was bedeutet «KI-Befähigung als Rhythmus» in der Praxis?
Das heisst: regelmässige Coaching-Termine nach der Schulung, ein fester interner Austausch, in dem Use Cases geteilt werden, und Lerninhalte, die mit den Tools mitwachsen. Statt eines Projekts mit Enddatum entsteht eine laufende Routine, in der Kompetenzen aktuell bleiben und tatsächlich im Arbeitsalltag ankommen.
Wie merke ich, ob unsere KI-Befähigung funktioniert?
Nicht an der Completion Rate, sondern an der tatsächlichen Nutzung. Werden intern Use Cases geteilt? Greifen Mitarbeitende selbstständig zu KI, auch bei neuen Aufgaben? Lässt sich ein Produktivitätseffekt über die Zeit beobachten? Wenn Leute statt KI zu nutzen sagen «das ist noch nicht gut genug», ist das meist ein Zeichen fehlender Begleitung, nicht fehlender Technologie.
Warum brauchen KI-Inhalte regelmässige Updates?
Weil sich die Tools rasend schnell weiterentwickeln. Was diesen Monat funktioniert, kann nächstes Quartal überholt sein. Statische Kurse schulen dann für eine Software, die es in der Form nicht mehr gibt. Deshalb halten wir unsere Inhalte quartalsweise aktuell, damit das Gelernte dem entspricht, was die Tools heute leisten.
Du hast möchtest oder hast bereits geschult und merkst, dass die Nutzung stockt? Genau hier setzen wir an. Melde dich gerne bei Marc für ein Gespräch.
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